Die Biotonne (braune Tonne) sammelt organische Abfälle, die kompostiert oder zur Biogasgewinnung genutzt werden. Doch was genau darf rein — und welche Fehler passieren am häufigsten? Dieser Guide klärt alle Fragen.
Die Grundregel der Biotonne
In die Biotonne gehören alle organischen, kompostierbaren Abfälle aus Küche und Garten. Der Inhalt wird in Kompostwerken oder Vergärungsanlagen zu Kompost oder Biogas verarbeitet.
✅ Das darf in die Biotonne
Küchenabfälle
- Obst- und Gemüsereste (auch Schalen)
- Kaffeesatz und Kaffeefilter
- Teebeutel (ohne Metallklammer)
- Eierschalen
- Brotreste und altes Gebäck
- Verdorbene Lebensmittel (ohne Verpackung!)
- Nussschalen (außer Walnussschalen in manchen Kommunen)
- Speisereste (gekocht und ungekocht)
- Käserinde (natürlich, nicht Kunststoff)
- Milchprodukte (kleine Mengen)
Gartenabfälle
- Rasenschnitt
- Laub und Blätter
- Blumen und Pflanzenreste
- Kleine Äste und Zweige
- Unkraut (möglichst ohne Samen)
- Fallobst
- Moos
Sonstige biologische Abfälle
- Haare und Federn
- Küchenpapier und Küchenrolle
- Papiertaschentücher
- Zeitungspapier (zum Einwickeln von feuchtem Biomüll)
- Holzwolle und Sägespäne (unbehandelt)
- Zimmerpflanzen (ohne Topf und Erde)
❌ Das darf NICHT in die Biotonne
| Gegenstand | Richtige Entsorgung | Warum nicht in die Bio? |
|---|---|---|
| Plastiktüten | Gelbe Tonne | Zersetzen sich nicht |
| „Kompostierbare" Plastiktüten | Gelbe Tonne / Restmüll | Zu langsam für Industriekompost |
| Windeln | Restmüll | Kunststoff + Hygiene |
| Katzenstreu | Restmüll | Mineralisch oder mit Chemikalien |
| Staubsaugerbeutel | Restmüll | Kunststoffanteil, Schadstoffe |
| Asche (heiß) | Erst abkühlen, dann Restmüll | Brandgefahr |
| Zigarettenstummel | Restmüll | Kunststofffilter + Giftstoffe |
| Leder | Restmüll | Chemisch gegerbt |
| Behandeltes Holz | Wertstoffhof | Lacke, Farben, Chemikalien |
| Erde und Sand | Wertstoffhof / Deponie | Kein organischer Abfall |
Tipps gegen Geruch und Maden in der Biotonne
Im Sommer: Die 5 besten Tricks
- Zeitungspapier auf den Boden: Saugt Feuchtigkeit auf und verhindert Festkleben
- Tonne in den Schatten stellen: Hitze beschleunigt Fäulnis und Geruch
- Feuchte Abfälle einwickeln: In Zeitungspapier oder Küchenrolle
- Deckel geschlossen halten: Verhindert Fliegenbefall
- Regelmäßig reinigen: Nach jeder Leerung mit Wasser ausspülen
Im Winter: Festfrieren verhindern
- Boden der Tonne mit zerknülltem Zeitungspapier auslegen
- Feuchte Abfälle in Papier einwickeln
- Tonne nicht zu voll packen — der Inhalt muss beim Kippen rausfallen können
- Kurz vor der Abholung die Tonne leicht kippen, um angefrorenen Inhalt zu lösen
Biotonne vs. Eigenkompostierung
Wer einen Garten hat, kann auch selbst kompostieren. Vorteile:
- Hochwertiger Kompost für den Garten
- Mögliche Befreiung von der Biotonne (und den Gebühren)
- Kürzere Wege
Zu beachten: Gekochte Speisereste und Fleisch sollten nicht in den Gartenkompost — sie locken Ratten an. Diese gehören in die Biotonne.
Häufige Fragen zur Biotonne
Ist die Biotonne Pflicht?
Seit 2015 müssen alle Kommunen eine Biotonne anbieten (§ 11 KrWG). Allerdings gibt es Ausnahmen für Eigenkompostierer. Informiere dich bei deiner Kommune.
Darf Fleisch in die Biotonne?
Ja, in die kommunale Biotonne dürfen auch Fleisch- und Fischreste. Die industrielle Kompostierung erreicht ausreichend hohe Temperaturen, um Keime abzutöten.
Dürfen Zitrusschalen in die Biotonne?
Ja! Orangen-, Zitronen- und Limettenschalen gehören in die Biotonne. Sie werden industriell problemlos kompostiert.