Deutschland produziert pro Kopf über 39 kg Plastikmüll pro Jahr — weit über dem EU-Durchschnitt. Dabei lässt sich Plastik im Alltag oft einfach vermeiden. Hier sind 25 praktische Tipps, die sofort umsetzbar sind.
Beim Einkaufen (Tipps 1–8)
1. Stoffbeutel statt Plastiktüte
Die Klassiker-Tipp Nummer eins: Immer einen wiederverwendbaren Beutel dabei haben. Seit 2022 sind Einweg-Plastiktüten in Deutschland verboten — aber dünne Obstbeutel gibt es noch.
2. Obst und Gemüse lose kaufen
Die meisten Supermärkte bieten Obst und Gemüse auch unverpackt an. Wiederverwendbare Obstnetze ersetzen die dünnen Plastikbeutel.
3. Wochenmarkt nutzen
Auf dem Wochenmarkt gibt es frische Lebensmittel ohne Plastikverpackung. Eigene Behälter mitbringen!
4. Großpackungen kaufen
Eine große Packung statt drei kleine spart bis zu 70% Verpackungsmaterial. Besonders bei Reis, Nudeln, Müsli.
5. Nachfüllpackungen wählen
Seife, Waschmittel, Spülmittel gibt es als Nachfüllpackungen — 80% weniger Plastik als Neuflaschen.
6. Unverpackt-Läden entdecken
In vielen Städten gibt es Unverpackt-Läden, in denen du Lebensmittel in eigene Behälter abfüllen kannst.
7. Glasflaschen statt PET
Mehrweg-Glasflaschen können bis zu 50 Mal wiederverwendet werden. PET-Mehrwegflaschen schaffen immerhin 25 Umläufe.
8. Auf Plastikverpackung achten
Vergleiche ähnliche Produkte: Oft gibt es Alternativen in Papier, Glas oder Karton statt Plastik.
In der Küche (Tipps 9–14)
9. Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie
Wiederverwendbare Bienenwachstücher halten Lebensmittel frisch und ersetzen Alu- und Frischhaltefolie.
10. Leitungswasser trinken
Deutsches Leitungswasser hat Trinkwasserqualität und wird strenger kontrolliert als Mineralwasser. Eine Trinkflasche aus Edelstahl spart hunderte Plastikflaschen pro Jahr.
11. Kein Einweggeschirr
Seit Juli 2021 sind Einwegteller, Besteck und Strohhalme aus Plastik in der EU verboten. Nutze wiederverwendbare Alternativen.
12. Meal Prep statt Take-away
Selbst gekochtes Essen in Mehrwegboxen spart täglich Verpackungsmüll.
13. Spültücher statt Schwämme
Herkömmliche Küchenschwämme bestehen aus Plastik. Alternativen: Luffaschwämme, Baumwolltücher oder kompostierbare Schwämme.
14. Müllbeutel aus Recycling-Material
Wenn Müllbeutel, dann aus 100% Recycling-Plastik. Oder: Biotonne mit Zeitungspapier auslegen.
Im Bad (Tipps 15–19)
15. Festes Shampoo und Seife
Shampoo-Bars und feste Haarseifen kommen ohne Plastikflasche aus und halten länger als flüssige Produkte.
16. Bambuszahnbürste
Statt Plastik — alle 3 Monate eine kompostierbare Bambuszahnbürste.
17. Zahnputztabletten
Zahnpasta in Tablettenform kommt in Glas- oder Papierverpackung — null Plastiktube.
18. Edelstahl-Rasierer
Ein Sicherheitsrasierer aus Edelstahl hält ein Leben lang. Nur die Klingen werden getauscht — komplett metallfrei.
19. Wiederverwendbare Abschminkpads
Waschbare Pads aus Baumwolle ersetzen Einweg-Wattepads — spart 1.500 Pads pro Jahr.
Unterwegs (Tipps 20–25)
20. Coffee-to-go im Mehrwegbecher
Deutschland verbraucht 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher pro Jahr. Viele Cafés geben Rabatt auf den eigenen Becher.
21. Trinkflasche mitnehmen
Eine Edelstahl- oder Glasflasche spart hunderte Plastikflaschen pro Jahr.
22. Eigene Box für Imbiss
Take-away in der eigenen Dose — immer mehr Restaurants akzeptieren das. Seit 2023 müssen Gastronomen Mehrwegalternativen anbieten.
23. Plastikfreie Snacks
Obst, Nüsse, Brot — statt eingeschweißter Riegel.
24. Second-Hand kaufen
Gebrauchte Kleidung und Gegenstände sparen nicht nur Geld, sondern auch die Plastikverpackung von Neuprodukten.
25. Reparieren statt Wegwerfen
Repair-Cafés, YouTube-Tutorials, Schuster — vieles lässt sich reparieren statt neu (und verpackt) zu kaufen.
Was passiert mit dem Plastik, das wir sortieren?
Nur ca. 16% des Plastiks in der Gelben Tonne wird tatsächlich zu neuem Plastik recycelt. Der Rest wird thermisch verwertet (verbrannt) oder exportiert. Darum ist Vermeidung besser als Recycling.